Die Zuchtsaison startet…
Embryotransfer beim Pferd
Die Übertragung eines Embryos von einer Spenderstute in eine Empfängerstute ist heutzutage ein Standardverfahren der Reproduktionsmedizin beim Pferd. Dadurch können Stuten, die züchterisch sehr wertvoll sind und weiter im Sport geritten werden sollen, bereits für die Zucht genutzt werden. Auch für Stuten, die aus gesundheitlichen Gründen kein Fohlen mehr austragen können, bietet der Embryotransfer eine alternative Option zur Zuchtnutzung. Prinzipiell eignen sich vor allem jüngere, gesunde Stuten (< 10 Jahren), die bereits ein Fohlen hatten, als Empfängerstuten.
Zum Beginn der Saison wird bei den jeweiligen Stuten eine Zuchttauglichkeitsuntersuchung (Adspektion der äußeren Genitale, Follikelkontrolle mit Ultraschall, Tupferprobe) durchgeführt. Wenn nur eine Empfängerstute zur Verfügung steht, müssen die Zyklen beider Stuten hormonell synchronisiert werden. Sobald beide Stuten in Rosse sind, wird die Spenderstute mit dem gewünschten Hengst besamt. Idealerweise sollte Sperma sehr guter Qualität verwendet werden, also gekühlter Hengstsamen.

Während der Rosse werden beide Stuten engmaschig überwacht, um den Zeitpunkt des Eisprungs gut im Blick zu haben. An Tag 7 oder 8 nach dem Eisprung findet die Embryospülung an unserer Praxis in Rott statt. Dafür wird bei der Spenderin 3x hintereinander eine Spülung mit 1-2L Spülflüssigkeit durchgeführt und die zurückgewonnene Flüssigkeit gefiltert. Das Filtersystem ist so konzipiert, dass der Embryo in dem Auffanggefäß zurückgehalten wird. Im Anschluss wird mit einem speziellen Mikroskop der Embryo gesucht. Die Rückgewinnungsraten sind beim Pferd sehr variabel zwischen 0-1 Embryo. In sehr seltenen Fällen finden sich zwei Embryonen in der Spüllösung. Nach mehrmaligem Waschen und Aufbereiten des Embryos kann dieser in die Empfängerstute übertragen werden. Nach7-10 Tagen findet dann die Trächtig keitsunterschung der Empfängerstute statt. Zu mindestens einer weiteren Trächtigkeitskontrolle weitere 15 Tage später wird geraten.
Nach der Spülung wird bei der Spenderstute in der Regel der nächste Rossezyklus eingeleitet, damit sich die Gebärmutter nochmal reinigen kann. Alternativ sollte die Spenderin ebenfalls ca. 7 Tage später kontrolliert werden, um das Vorliegen einer Gebärmutterentzündung auszuschließen sowie eine mögliche Trächtigkeit. Sehr selten sind Embryospülungen leer und die Spenderstuten sind im Nachhinein doch tragend, da der Zeitpunkt des Eisprungs nicht genau abgestimmt wurde. Der Embryo ist erst ab Tag 5,5 nach dem Eisprung in der Gebärmutter vorhanden. Die Spenderstuten können in einer Saison auch in mehreren Rossezyklen genutzt werden.

Bei weiteren Fragen rund um den Embryotransfer beim Pferd stehen wir Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung 08869-912172 oder per Mail an rattenhuber@tarattenhuber.de